Strahlenschutz

Klinischer Strahlenschutz

Der Klinische Strahlenschutz ist in allen Bereichen der Nuklearmedizin, in denen mit radioaktiven Medikamenten umgegangen wird, ein wichtiges Element, um Patienten, Mitarbeiter der Klinik und die Umgebung vor unnötiger Strahlenbelastung zu schützen.

Die Aufgaben sind vielfältig, und beinhalten unter anderem:

  • der patientenindividuellen Dosimetrie bei nuklearmedizinischen Therapien
  • Sicherstellung der Funktion und die Gewährleistung der regelmäßigen Qualitätskontrollen von PET/CT-, SPECT/CT- und Gammakamera-Systemen
  • der Qualitätskontrolle der Messgeräte für den Strahlenschutz
  • regelmäßige Unterweisung und Schulung der Mitarbeiter
  • Analysen zum baulichen Strahlenschutz
  • Kontrollen des Einsatzes der radioaktiven Substanzen
  • Kommunikation mit den atomrechtlichen Aufsichtsbehörden

Strahlenschutzgrundlagen

Im Strahlenschutz gelten 3 wichtige Grundregeln:

  • Einwirkzeit der Strahlung möglichst gering halten
  • Abstand zur Strahlenquelle möglichst groß wählen
  • Strahlenquellen abschirmen

Werden diese Regeln sorgfältig eingehalten, so ist keine Überschreitung von Grenzwerten zu erwarten. Die Strahlenbelastung unserer Mitarbeiter liegt dementsprechend in der Regel auch im unteren Viertel des gesetzlich erlaubten Wertes von 20 mSv pro Jahr (Millisievert pro Jahr). Im Vergleich dazu beträgt die natürliche Strahlenbelastung jedes Bürgers in Deutschland im Mittel bei etwa 2-3 mSv pro Jahr.

Nach oben

Inkorporationsmessung

Beim Umgang insbesonddere mit radioaktivem Iod zur Therapie, besteht stets auch die Möglichkeit, dass unsere Mitarbeiter dieses Radionuklid über die Atmung aufnehmen und dann natürlich auch in der Schilddrüse "sammeln".

Deshalb werden die betroffenen Mitarbeiter (Schwestern und Ärzte der Therapiestation, Radiochemiker) regelmäßig hinsichtlich einer möglichen Inkorporation der Radiopharmaka im Körper untersucht. Ein dafür geeigneter Messplatz wird von der Arbeitsgruppe Medizinische Physik betrieben.

Nach oben

Abfallmanagement

In einer Klinik, in der mit offenen radioaktiven Stoffen gearbeitet wird, fallen natürlich radioaktive Reststoffe an. Dazu gehören Reste aus der Radiopharmazie genau so wie leere Applikationsspritzen oder Tupfer bei diagnostischen Untersuchungen. Der größte Anteil an radioaktivem Abfall fällt aber auf der Therapiestation an, da die Patienten einen großen Teil der zur Therapie verabreichten Radioaktivität wieder ausscheiden. Damit diese kontaminierten Reststoffe nicht in die Umwelt gelangen, werden sie vollständig in Tanks aufgefangen und dort so lange gelagert, bis sie gefahrlos in die Kanalisation abgepumt werden können.
Gleiches gilt für alle anderen festen Abfälle, die erst nach dem Abklingen der Radioaktivität entsorgt werden können. Die Lagerungszeit liegt je nach Radionukliden und Belastung  bei einigen Wochen bis zu einigen Monaten oder gar Jahren.

Mit einem modernen Freigabemessplatz wird die spezifische Radioaktivität in den Abfallbehältern erfasst und der Zeitpunkt für die Freigabe berechnet.

Nach oben