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Funktions- und Lokalisationsdiagnostik

In der nuklearmedizinischen Diagnostik können verschiedenste Organe mittels radioaktiv markierter Tracer (Medikamente) untersucht werden. Diese Untersuchungen reichen von Funktionsuntersuchungen der Lunge oder der Niere, über Vitalitätsuntersuchungen des Herzens bis hin zur Tumorsuche.

Nachfolgend finden Sie Informationen zu den einzelnen Untersuchungsverfahren, wie diese funktionieren, welche Vorbereitungen Sie treffen müssen und welche Strahlenbelastung Sie zu erwarten haben.

Untersuchung                Kurzbeschreibung
Skelettszintigrafie
Herzuntersuchung
Lungenszintigrafie
Nierenszintigrafie
Hirnuntersuchungen
Wächterlymphom (SLN)
Entzündungssuche
Blutungsquelle

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Skelettszintigrafie

Allgemeines
Die Skelettszintigraphie ist ein diagnostisches bildgebendes Verfahren, das den regionalen Knochenstoffwechsel darstellt.

Indikationen

  • Metastasensuche bei Karzinomen mit möglicher knöcherner Beteiligung
  • Verlaufskontrolle unter/nach Therapie von Knochenmetastasen
  • Diagnostik und Verlaufskontrollen bei entzündlichen Knochen/Gelenkerkrankungen
  • Ausschluss einer Lockerung implantierter künstlicher Gelenke
  • Diagnostik primärer gutartiger/bösartiger Knochentumoren

Patientenvorbereitung

Im allgemeinen ist für ein Knochenszintigramm keine Vorbereitung notwendig.

Als Patient sollten Sie folgendes beachten:

  • es ist nicht erforderlich zur Untersuchung nüchtern zu sein
  • alle Ihre Medikamente sollen weiter eingenommen werden
  • schmerzen stillende Medikamente  sollten eine Stunde vor Untersuchungsbeginn  eingenommen werden, um ihnen ein ruhiges Liegen zu ermöglichen
  • Dauer der Untersuchung: ca. 4 Stunden
  • bei SPECT- Aufnahmen zusätzliche 30-45 Minuten

Nebenwirkungen

Tc-99m-Pertechnetat wird sehr gut toleriert, so dass Nebenwirkungen nicht auftreten.
Die Strahlenbelastung ist gering.

Schwangere können mit radioaktiven Substanzen nicht untersucht werden.

48 Stunden nach der Untersuchung darf nicht gestillt werden.

Vorbereitung

Essen Sie bitte vor der Untersuchung 2 Tage keine grünen Bohnen oder andere Hülsenfrüchte mehr.

Suchen Sie ein Fitnesstudio auf, um Ihre Kodition zu stärken.

Ablauf und Zeitbedarf
Zunächst wird Ihnen eine mit Technetium-99m (kurzlebigen radioaktivenIsotops)markierte Phosphonatverbindung über eine Vene verabreicht.

In Abhängigkeit von der zu Untersuchenden Erkrankung können bereits zu diesem Zeitpunkt die ersten Aufnahmen angefertigt werden.

Nach der Injektion des Radiopharmakon bzw. unmittelbar nach den ersten Aufnahmen beginnt für Sie eine Pause in welcher sie etwa 1 Liter Flüssigkeit trinken sollten und während dieser Zeit die Blase häufig entleeren.

In dieser Pause müssen Sie nicht in unserer Klinik verweilen und dürfen in dieser Zeit z.B. auch essen.

Stationäre Patienten dürfen, aus versicherungstechnischen Gründen, die Klinik leider nicht verlassen!

 

Nach ungefähr zwei bis drei Stunden hat sich das Radiopharmakon ausreichend im Knochen angereichert und es werden die nächsten Aufnahmen (Szintigramme) angefertigt die etwa 45 Minuten dauern.

Normalerweise liegt man bei diesen Aufnahmen, obwohl manchmal auch Aufnahmen im Sitzen notwendig werden. Die Untersuchungsliege fährt mit Ihnen langsam durch die weite Geräteöffnung.

Das Gerät verursacht keine lauten Geräusche.

Je nach Fragestellung und einem kurzem Gespräch über die ersten Ergebnisse mit dem Arzt ist gelegentlich zur genaueren Lokalisation des Befundes die Durchführung von dreidimensionale Aufnahmen mit ggf. low Dose CT (SPECT bzw. SPECT/CT) notwendig, die je nach Anzahl weitere 20-40 Minuten dauern.

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Herzuntersuchungen

Mittels einer radioaktiven Substanz (Tc-99m-Metoxy-Isopropyl-Isonitril, MIBI) soll die Durchblutung des Herzens beurteilt werden, in der Regel in zwei Untersuchungen (Ruheuntersuchung und Belastungsuntersuchung).

Einsatz

  1. Nachweis / Ausschluss einer verminderten Durchblutung oder Narbe des Herzmuskels; Beschreibung der Lokalisation, der Ausdehnung und des Schweregrades.
  2. Nachweis / Ausschluss einer funktionellen Bedeutung von in der Herzkatheter­untersuchung nachgewiesenen Verengungen der Herzkranzgefäße
  3. Therapiekontrolle einer
    - koronaren Revaskularisation (z. B. nach Bypass-OP / Stent)
    - medikamentösen Therapie

Schwangere können mit radioaktiven Substanzen nicht untersucht werden.

Bis 48 Stunden nach der Untersuchung darf nicht gestillt werden.

Strahlenbelastung

Tc-99m-MIBI (740-1110 MBq beim Erwachsenen) ca. 4-7 mSv

Patientenvorbereitung

  • Mindestens 4 h vor der Untersuchung nüchtern
  • Mindestens 12 h vor der Untersuchung keine koffeinhaltige Getränke
  • Mindestens 48 h vor der Untersuchung hämodynamische Stabilität
  • Herzwirksame Medikamente, die Herzfrequenz- und Blutdruckveränderungen durch Belastung modifizieren können (z.B. Betablocker, Calciumantagonisten, Methylxanthin-Derivate), sollten möglichst 48 h (mindestens 24 h) zuvor abgesetzt werden
  • Nicht herzwirksame Medikamente können weiter eingenommen werden
  • Bei Patienten mit Insulin-pflichtigem Diabetes mellitus sollte am Tag der Untersuchung eine optimale Einstellung des Blutzuckers vorliegen.

Notwendige Vorabinformationen

  • Kardiovaskuläre Anamnese einschl. Risikofaktoren
  • Lungenerkrankungen
  • Befund der letzten Herzkatheteruntersuchung
  • Befund der letzten Ergometrie und weiterer Herzuntersuchungen
  • Vorangegangene und aktuelle Medikation
  • Symptomatik

Die Herzuntersuchung läuft in der Regel in 2 Phasen ab (in der Regel an zwei Untersuchungstagen). Zuerst wird das Herz unter Belastung und danach in untersucht.

Bei beiden Untersuchungen wird Ihnen jeweils eine radioaktive Substanz in eine Vene gespritzt.

Belastungsuntersuchung

Für die Belastungsuntersuchung müssen Sie auf dem Fahrradergometer möglichst eine hohe Leistung erbringen, um das Herz ausreichend zu belasten. Begonnen wird mit einer niedrigen Belastungsstufe, die Schwierigkeit wird dann stufenweise gesteigert, bis Blutdruck und Puls bestimmte Werte erreicht haben. Ziehen Sie hierfür am besten eine bequeme und lockere Kleidung an.

Im Anschluss müssen Sie eiskaltes Wasser trinken und eine fettreiche Mahlzeit (z. B. Butter-/ Schmalzstulle) zu sich nehmen, um störende Einflüsse durch die Bauchorgane auf die Szintigraphie zu verhindern.

Sollte bei Ihnen keine körperliche Belastung möglich sein (z. B. aufgrund von Kniegelenks­verschleiß oder schlechter Kondition), so ist alternativ eine medikamentöse Belastung (z. B. durch Adenosin) möglich. Hierfür wird Ihnen über mehrere Minuten ein Medikament verabreicht, das die Herzkranzgefäße erweitert.

Während der Belastung (körperlich oder medikamentös) können Herzbeschwerden, Luftknappheit und andere Beschwerden auftreten.

In der Belastungsphase werden Sie jeweils mittels EKG und Blutdruckmessung überwacht.

Ruheuntersuchung

Für die Ruheuntersuchung wird Ihnen einfach nur die radioaktive Substanz gespritzt.

Aufnahmen

Jeweils etwa 1 – 2 Stunden nach Spritzen der Radioaktivität wird mittels Gammakamera die Verteilung der radioaktiven Substanz in ihrem Herzen erfasst.

Zeitbedarf

Zwei Untersuchungstage mit jeweils ca. 3 – 4 Stunden.

In einzelnen Fällen können beide Untersuchungen an einem Tag durchgeführt werden.

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Lungenszintigrafie

 

Funktionelle Darstellung der Durchblutung bzw. der Belüftung der Lunge zur Beurteilung von Größe bzw. Ausdehnung und Lage möglicher Perfusions- bzw. Belüftungsstörungen.

Indikationen

  • Nachweis einer Lungenarterienembolie
  • Quantifizierung der Lungenperfusion (z.B. vor Lungenresektion, bei hypoplastischem Linksherz)

Kontraindikationen

  • schwerste pulmonale Hypertonie
  • Status asthmaticus
  • großer hämodynamisch relevanter Rechts-Links-Shunt

relative Kontraindikation

  1. Schwangerschaft

Untersuchungsprinzip

Darstellung der Lungenperfusion durch intravenös injizierte, denaturierte, radioaktiv markierte Albumin-Partikel mit einem Durchmesser von 15-40 µm welche im ersten Kapillarbett hängen bleiben (Embolisation jeder 10.000ten Kapillare). Die Ventilation der Lunge wird durch eingeatmete radioaktiv markierten Aerosole oder Kohlestaubpartikeln dargestellt.

Der Vergleich der Perfusions- mit der Ventilationsstudie erlaubt die Unterscheidung zwischen einer akuter Lungenarterienembolie und sekundären Perfusionsstörungen. Bei einigen Erkrankungen kann es zu einer Eröffnung physiologischerweise vorhandenen Gefäße zwischen Lungenarterien und Lungenvenen kommen (sog. intrapulmonaler arterio-venöser Shunt oder Rechts-Links-Shunt). Mit der Rechts-Links-Shunt-Szintigraphie kann das Shunt-Volumen quantitativ abgeschätzt werden.

Strahlenexposition
Inhalation
Erwachsene Inhalation von 20-40 MBq Technegas
Effektive Äquivalentdosis: 0.3-0.6 mSv.

Perfusion Effektive Äquivalentdosis: 0.011 mSv/MBq entsprechend 1,1-2,2 mSv. Dosis der Lunge (kritisches Organ) 0,066 mGy/MBq.

 

 

Patientenvorbereitung

  • Keine spezielle Vorbereitung notwendig
  • Bei Patienten mit obstruktiver Atemwegserkrankung ggf. vorherige Anwendung von Bronchodilatatoren (Verminderung von Ventilationsdefekten).
  • Bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz wird eine verbesserte Spezifität erzielt, wenn die Untersuchung bis zur Einleitung der Therapie des Linksherzversagens verzögert wird.

Notwendige Vorabinformationen

  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • Klinische Vorgeschichte

a)    Lungenerkrankungen

b)    Tumorerkrankungen

c)    D-Dimere

d)    Tiefe Beinvenenthrombose

e)    orale Verhütungsmittel

f)     vorangegangene Operationen

g)    vorangegangene Lungenembolie

h)   Linksherzversagen

i)     intravenöser Drogenabusus.

  • Klinische Untersuchung

a)    vitale Symptome

b)    Auskultations / Perkussionsbefund

c)    Untersuchung des Herzens

d)    Befunde an den Beinen.

  • Vorangegangene Lungenszintigraphie
  • Andere Befunde (Röntgen-Thorax / CT-Thorax)
  • Antikoagulanzien oder thrombolytische Therapie.

Abschätzung der Eingangswahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie durch den zuweisenden Arzt

 

 

Zunächst müssen Sie ein radioaktiv markiertes Gas / Aerosol inhalieren. Wenn Sie an einer obstruktiven Lungenerkrankung (z. B. Asthma / chronische Bronchitis) leiden, bringen Sie bitte Ihre Bedarfsmedikation mit und nehmen Sie einen Hub vor der Inhalation.

Sobald genügend Radioaktivität in der Lunge angereichert ist, erfolgt die Szintigraphie unter der Gamma-Kamera (in der Regel in Rückenlage).

Nach Fertigstellung der Ventilationsaufnahme wird Ihnen eine weitere Radioaktivität über eine Vene gespritzt und die Aufnahme unter der Gamma-Kamera wird wiederholt.

Zeitbedarf:  Etwa 2 Stunden

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Nierenszintigrafie

Allgemeines

Die Nierenszintigraphie ist ein diagnostisches bildgebendes Verfahren, das die Bestimmung der Nierendurchblutung und der seitengetrennten Nierenfunktion erlaubt.

Ziel ist die Aufdeckung geringfügiger, einseitiger bzw. medikamentös beeinflussbarer Funktionsstörungen.

Je nach klinischer Fragestellung (Störung der Perfusion, der tubulären Sekretion, der glomerulären Filtration, des Abflusses) können verschiedene funktionsszintigraphische Untersuchungen durchgeführt werden. Oftmals steht die Bestimmung der seitengetrennten Nierenclearance im Vordergrund.

Insbesondere bei urologischen Fragestellungen mit einseitigen Nierenerkrankungen sowie bei Bluthochdruck ist die Bestimmung der seitengetrennten Nierenfunktion häufig von großer Relevanz.

Indikationen

Die Nierenszintigraphie wird bei verschiedenen Patientengruppen eingesetzt (Erwachsene, Kinder) und liefert Informationen über den Nierenfunktion und den ableitenden Harntrakt. Die Nierenszintigraphie wird häufig bei der Frage nach der Relevanz von Abflussstörungen z.B. bei Tumorerkrankungen oder bei Kindern bei Störungen im ableitenden Harntrakt (z.B. Stenosen der ableitenden Harnwege), zur Abklärung des renovaskulären Bluthochdrucks und bei Transplantatnieren eingesetzt.

Indikationen zur Durchführung der Nierenszintigraphie sind zusammenfassend

  • Bestimmung von Nierengröße / -form (Fehlbildungen der Nieren, versprengtes Nierengewebe, Wanderniere, Hufeisenniere)
  • Stumme Niere bei einer Röntgenuntersuchung
  • Vor Operationen eines Nierentumors oder Bestrahlung der Nierenregion (Überprüfung, ob die verbleibende gesunde Niere die Restfunktion übernehmen kann)
  • Harnstauung (Feststellung des Schweregrades einer Abflussbehinderung)
  • Überprüfung der Funktion bei transplantierten Nieren
  • Arterieller Bluthochdruck bei der Verengung der Nierenarterie

Untersuchungsprinzip

Bei der Nierenszintigraphie werden dynamische Aufnahmen über 25 bis 30 min angefertigt.Zur Bestimmung der Clearance werden an der der Injektionsseite gegenüberliegenden Armvene Blutabnahmen vorgenommen. Wird während einer Funktionsszintigraphie eine Stauung festgestellt, so wird die Untersuchung für weitere 20 min fortgeführt, nachdem Furosemid zur Herbeiführung einer forcierten Diurese i.v. gegeben wurde.

Bei renovaskulärem Hochdruck kann durch die Captopril-Szintigraphie - durch die Aufhebung eines die hämodynamisch wirksame Nierenarterienstenose noch kompensierenden Mechanismus - dieser Kompensationsmechanismus demaskiert werden. Hierzu wird die Nierensequenzszintigraphie nach Gabe von Captopril als ACE-Hemmer vorgenommen.
Bei der Nierenperfusionsszintigraphie werden ebenfalls dynamische Aufnahmen in dorsaler Sicht angefertigt. Diese Untersuchung ist z.B. bei Transplanatnieren wichtig, da hiermit bei der Verlaufskontrolle frühzeitig pathologische Veränderungen festgestellt werden können.

Strahlenexposition

Tc-99m-MAG3 (185 MBq beim Erwachsenen) 1,0 mSv

Patientenvorbereitung

  • Gute Hydratisierung (viel trinken); Empfehlung: 7 ml/kg Körpergewicht 30-60 min vor der Untersuchung. B
  • Bei der Captopril-Szintigraphie sollte, wenn eine orale Gabe eines ACE-Hemmers vorgesehen ist, der Patient nur Wasser trinken und innerhalb von vier Stunden während der Untersuchung keine festen Mahlzeiten einnehmen. Die Hydratation sollte beim Eintagesprotokoll zwischen den beiden Studien fortgeführt werden.

Vorabinformationen

  • Aktuelle Anamnese (Operationen, Steinleiden, Hypertonie, Pyelonephritiden)
  • Röntgenkonstrastmittel
  • Körperliche Untersuchung
  • Patientenmedikation

Bei der Captopril-Szintigraphie: Wenn die ACE-Hemmergabe unterbochen wird, müssen der Serumkreatininspiegel bestimmt und der Ruheblutdruck im Sitzen und im Stehen gemessen werden.

Zunächst wird Ihnen noch Flüssigkeit zum Trinken angeboten.

In der Regel werden Ihnen Verweilkanülen in zwei unterschiedliche Armvenen gelegt.

Anschließend legen Sie sich auf die Liege der Gamma-Kamera. Hier wird über eine der beiden Verweilkanülen die radioaktive Substanz gespritzt und die Untersuchung startet direkt. Zunächst müssen Sie etwa 25 Minuten still liegen.

Nach Beendigung dieser ersten Studie werden Sie gebeten, die Blase zu entleeren. In der Zwischenzeit werden die MTRA und die Ärztin einen Teil der Untersuchung auswerten und entscheiden, ob die Gabe eines harntreibenden Mittels (Furosemid) erforderlich ist.

Im Anschluss erfolgt ggf. eine weitere Aufnahme auf der Gamma-Kamera über etwa 5 min.

Dann wird Ihnen bei Bedarf Furosemid gespritzt und eine weitere Aufnahme über ca. 20 min angefertigt. Die Untersuchung auf der Gamma-Kamera ist damit beendet.

Für die Bestimmung der Nierenclearance sind Blutentnahmen in bestimmten Abständen erforderlich. Diese erfolgen über die zweite Venenverweilkanüle. Falls eine spezielle Clearancebestimmung (Glomeruläre Filtrationrate mittels Chrom-51-EDTA) bei Ihnen nötig ist, müssen Sie hierbei ggf. bis zu 5 Stunden liegen.

Untersuchungsdauer

Ca. 1 Stunde

Bis zu 5 Stunden bei Bestimmung der Glomerulären Filtrationsrate.

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Hirnuntersuchungen

 

 

Eine Szintigraphie des Hirns wird vor allem zur Diagnostik des Morbus Parkinson genutzt bzw. zur Abgrenzung des Morbus Parkinson von anderen Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen.

Untersuchungsprinzip

Morbus Parkinson und andere ähnliche Erkrankungen verursachen den Untergang bestimmter Schnittstellen (Dopamintransporter) im Hirn, die auf den Botenstoff Dopamin reagieren. Durch mit radioaktivem Iod-123 markierte Substanzen, die im Hirn ebenfalls an Dopamintransportern andocken, kann die Anzahl und Dichte des noch vorhandenen Dopamintransportersystems bildlich dargestellt werden und eine Verminderung bzw. Vermehrung nachgewiesen werden.

Die Untersuchung ist nicht empfohlen für schwangere Patienten, Patienten mit einer Iodallergie und Patienten mit mangelnder Kooperationsfähigkeit. Das Stillen muss bis 4 Tage nach Untersuchung unterbrochen werden.

 

 

Gegebenenfalls müssen Sie bestimmte Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem wirken, vor der Untersuchung (je nach Medikament für Stunden / Tage / Wochen) absetzen. Deshalb senden Sie uns bitte einen Medikamentenplan zu, damit wir die entsprechenden Maßnahmen besprechen können.

L-Dopa und Metoprolol müssen nicht abgesetzt werden.

Ansonsten ist keine spezifische Vorbereitung erforderlich.

Erforderliche Angaben

  • Medikamentenplan
  • Bisherige erkrankungsrelevante Untersuchungen
  • Anamnese
  • Symptomatik
  • Iodunverträglichkeit / -überempfindlichkeit
  • Kürzlich erfolgte andere nuklearmedizinische Untersuchungen / Therapien

2 ambulante Termine (ein Tag Iod-123-FP-CIT und ein Tag Iod-123-IBZM, der Untersuchungsablauf ist jeweils nahezu identisch).

Vor der Untersuchung erhalten Sie Natriumperchlorat-Tropfen, die Ihre Schilddrüse vor Aufnahme des radioaktiven Iods schützen sollen (um die Strahlenbelastung zu reduzieren).

Etwa eine Stunde später wird Ihnen über eine Vene die radioaktive Substanz (Iod-123-FP-CIT bzw. Iod-123-IBZM) über eine Vene gespritzt.

Danach ist zunächst eine Wartezeit von etwa 4 Stunden erforderlich, in der sich die radioaktive Substanz im Hirn anreichert. In dieser Zeit können Sie das Haus verlassen und auch leichte Speisen / Getränke zu sich nehmen (stationäre Patienten dürfen das Haus leider aus versicherungstechnischen Gründen nicht verlassen).

Nach 4 Stunden erfolgen die Aufnahmen unter der Gamma-Kamera in Rückenlage. Dabei ist es notwendig, möglichst eine halbe Stunde ruhig zu liegen, ohne den Kopf zu bewegen. In der Regel wird der Raum abgedunkelt und es wird versucht, störende Reize (Türknallen etc.) fern zu halten.

Zeitbedarf:   2 Termine à jeweils ca. 7 Stunden

 

 

 

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Wächterlymphom (SLN)

Anwendung

Die Wächterlymphknotenszintigraphie stellt die ableitenden Lymphbahnen in der Umgebung von bösartigen Tumoren und die zuerst vom Tumorgebiet versorgten Lymphknoten dar. Radioaktiv markierte Nanoeiweißpartikel (Nanokolloid) werden ins Unterhautgewebe injiziert und markieren den/die Wächterlymphknoten. Die Darstellung erlaubt es dem Operateur, den/die Wächterlymphknoten zu lokalisieren und erleichtern so das operative Vorgehen

Indikationen

Darstellung des/der Wächterlymphknoten vor einer Operation z.B. bei Brustkrebs oder Hautkrebs.

Untersuchungsprinzip

Radioaktiv markierte Nanoeiweißpartikel (Tc-99m Nanocoll) werden ins Unterhautgewebe nahe des Tumors injiziert, die über die Lymphbahnen abtransportiert werden und in den nachfolgenden Lymphknoten aufgenommen werden. Die größte Bedeutung kommt dem ersten Lymphknoten im Abflussgebiet, dem sogenannten Wächterlymphknoten, zu. Im Fall, das es bereits zu einem Freisetzen von Tumorzellen in die Lymphbahnen gekommen ist, sind diese in diesem Wächterlymphknoten nachweisbar. Der Operateur kann diesen radioaktiv markierten Wächterlymphknoten mit einer speziellen Sonde aufsuchen und entfernen. Wenn sich in diesem Lymphknoten Tumorzellen zeigen, muss der operative Eingriff größer vorgenommen werden, als wenn sich keine Tumorzellen zeigen. Somit hilft die Wächterlymphknoten-szintigraphie, das operative Vorgehen zu wählen und einen möglichst kleinen Eingriff vorzunehmen.

Patientenvorbereitung

Es ist keine besondere Patientenvorbereitung nötig.

Vorabinformationen

1. Aktuelle Anamnese

2. Körperliche Untersuchung

Strahlenexposition

Tc-99m-Nanocoll (50 - 100 MBq beim Erwachsenen) 0,44 mSv

Patientenvorbereitung

Es ist keine besondere Patientenvorbereitung nötig.

Vorabinformationen

  1. Aktuelle Anamnese
  2. Voroperationen
  3. Geplanter Operationszeitpunkt

Zunächst werden um den Tumor bzw. um die Narbe herum, bei Tumoren der Brust ggf. um die Brustwarze herum, mehrere Injektionen (normalerweise 4) des radioaktiven Mittels in die Haut / in das Unterhaut­gewebe gespritzt. Hierfür werden kleine Kanülen genutzt, sodass hierfür keine vorherige lokale Betäubung erfolgt.

Direkt nach den Injektionen beginnen die Aufnahmen unter der Gamma-Kamera (Teilbereichsaufnahmen der Injektionsstelle und Ganzkörperaufnahmen), diese dauern etwa 30 – 45 Minuten.

Etwa 2 Stunden nach der Injektion werden ergänzende 3D-Aufnahmen (SPECT) und eine Niedrig-Dosis-CT durchgeführt.

In seltenen Fällen sind noch zusätzlich spätere Aufnahmen nötig, z. B. nach 6 oder 24 Stunden.

Zeitbedarf:   3 – 4 Stunden

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Entzündungssuche

Die Verteilung radioaktiv markierter körpereigener Entzündungszellen (Leukozyten) kann im Körper zum Auffinden und Beurteilen von Entzündungsprozessen szintigraphisch mittels Einzelaufnahmen, Ganzkörperaufnahmen und ggf. mit einer SPECT-Untersuchung gemessen werden.

Indikationen

  • Lokalisation akuter Entzündungen oder Infektionen bei Patienten mit Fieber.

a)     Lokalistation und Nachweis von Entzündungen bei unklaren abdominellen Beschwerden

b)    Lokalisation von Infektionen bei Patienten mit Granulozytose oder positiver Blutkultur

  • Lokalisation und Beurteilung der Entzündungsaktivität entzündlicher oder ischämischer Darmerkrankungen.
  • Nachweis und Beurteilung der Entzündungsaktivität von muskuloskelettalen Infektionen sowie septischer Arthritis und Osteomyelitis
  • Beurteilung von Infektionen bei künstlichen Gelenkersätzen (insbes. Low grade Infekt)

Je nach Fragestellung kann zur Entzündungssuche alternativ eine F-18-FDG-PET/CT-Untersuchung durchgeführt werden.

Untersuchungsprinzip
HMPAO ist ein lipophiler Komplex, der die Leukozytenzellmembran durchdringen kann und intrazellulär retiniert wird. Die Funktionen der Leukozyten (Leukotytenmigration, Chemotaxis, Phagozytose, Adhäsion und Superoxidbildung) bleiben nach 99mTc-HMPAO-Markierung unbeeinträchtigt.

Strahlenexposition

Das Organ mit der höchsten Organbelastung ist die Milz.

Tc-99m-HMPAO- Leukozyten (185-370 MBq): 0,017 mSv/MBq

Nahrungskarenz bei Kindern 2 bis 4 Stunden vor der Untersuchung, um die hepatobiliäre Ausscheidung zu reduzieren.

Vorabinformationen

  • Ergebnisse vorangegangener Untersuchungen
  • Sämtliche Röntgenbilder des Knochens, Skelettszintigramme, Ergebnisse anderer bildgebender Verfahren
  • Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten (z. B. Cortison, Prednisolon)

Zwei ambulante Untersuchungstage!

Zunächst werden Ihnen ca. 40 ml Blut entnommen. Hieraus werden im Labor die Leukozyten isoliert. Bei Kindern wird je nach Körpergröße und Gewicht weniger Blut zur Isolation von Leukozyten benötigt. Das minimale Volumen sollte jedoch 10-15 ml nicht unterschreiten.

Die Leukozyten werden mit Tc-99m-HMPAO markiert und Ihnen danach wieder in eine Vene injiziert

Gegebenenfalls werden Frühaufnahmen kurz nach der Injektion angefertigt. Zusätzlich folgen nach 4-8 h Ganzkörperszintigramme und Teilbereichsaufnahmen, ggf. auch 3D-Aufnahmen (SPECT) mit Niedrig-Dosis-CT, und weitere Spätaufnahmen nach 16 oder 24 h.

Bei Fragestellungen des Skelettsystems (z. B. Infektion künstlicher Gelenke) erfolgt am zweiten Tag zusätzlich eine Skelettszintigraphie.

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Blutungsquelle

Mit radioaktiv markierten roten Blutkörperchen (Erythrozyten) können Blutungen des Magen-Darm-Trakts aufgespürt werden.

Indikation

  • Lokalisation unklarer intestinaler Blutung, v.a. Jejunum, proximales Ileum (Hb-Abfall: 2 g/dl), bei kurzfristigen Kontrollen, in der Regel innerhalb von 24 Stunden

Vorsichtsmaßnahmen
1. Schwangerschaft

Strenge Indikationsstellung

1. Kinder (Strahlenexposition!)
2. Stillen (nur mit Unterbrechen für 48 h)
3. Wiederholungsuntersuchung <3 Monate

Diagnostisches Prinzip

Radioaktiv markierte (mit 99mTc-Pertechnetat) Eigenerythrozyten können bei einer Blutung im Darmlumen szintigraphisch lokalisiert werden und der intralumnale Transport kann dargestellt werden. Eine Lokalisation der Blutungsquelle kann ab einem Blutverlust von 0.1 ml/min erfolgen.

Patientenvorbereitung                        
Keine wesentliche Vorbereitung vor der Untersuchung.

ABLAUF
Zunächst erhalten Sie Tropfen (Natriumperchlorat), durch die die Aufnahme von Radioaktivität in Schilddrüse, Speicheldrüsen und Magen (und eine damit verbundene Strahlenbelastung) vermindert werden soll.

Dann wird Ihnen Blut entnommen, das im Anschluss im Labor radioaktiv markiert wird und Ihnen dann wider über eine Vene gespritzt wird.

Gleich nach Injektion werden die ersten Aufnahmen unter der Gamma-Kamera angefertigt, in der Regel zunächst für zwei Stunden, dann in unterschiedlichen Zeitintervallen mit zwischen­zeitlichen Pausen, bis maximal 24 h nach Injektion.

Sobald in den Szintigraphieaufnahmen eine mögliche Blutungsquelle zu identifizieren ist, wird eine ergänzende 3D-Aufnahme (SPECT) und ggf. eine Niedrig-Dosis-CT angefertigt, um die Quelle der Blutung im Darm genau lokalisieren zu können.

Ist die Blutungsquelle gefunden, so ist die Untersuchung beendet.

Je nachdem, wann die Blutung lokalisiert werden kann, 1 Stunde bis 24 Stunden.

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