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Für die Tumorsuche bietet uns die PET verschiedene Möglichkeiten. Ausschlaggebend ist die sich tumorspezifisch verteilende Substanz (der Tracer), die mit einem radioaktiven Nuklid (z.B. Positronenstrahler  Fluor-18) markiert wurde.

Beide Komponenten werden in der Radiopharmazie in speziellen Synthesemodulen miteinander verbunden. Dies geschieht unter Reinstraumbedingungen.

Daneben bietet dieses Untersuchungsverfahren aber auch Möglichkeiten in der Neurologie, der Kardiologie und bei der Suche von Entzündungen.

Tumor-PET mit tumorspezifischen Tracern
       F-18-FDG
       Ga-68-Dotatoc
       Ga-68-PSMA            
       F-18-FET
       F-18- FLT

Hirn-PET

Herz-PET

Entzündungssuche


Tumor-PET mit F-18-FDG

Bösartige Tumoren verstoffwechseln mehr Zucker als das normale Körpergewebe. Deshalb können diese durch radioaktiv markierten Traubenzucker (Flour-18-Desoxy-Glucose) aufgesucht und ihre Ausdehnung im Körper (Streuung in andere Organe, Metastasen) beurteilt werden.

·         6 Stunden vor Untersuchung nüchtern (nur ungesüßten Tee und Wasser)

·         Pausierung von Metformin für 48 Stunden

Notwendige Informationen

·         Bisheriger Krankheitsverlauf

·         Befunde anderer bildgebender Verfahren (CT, MRT, Ultraschall, …)

·         Medikamentenplan

·         Unverträglichkeiten gegen Iod oder Kontrastmittel

·         Bekannte Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen

·         Aktueller Kreatinin- und TSH-Wert

Nach einem kurzen Arztgespräch über Ihren bisherigen Krankheitsverlauf wird Ihnen über eine Vene die radioaktive Glucose gespritzt.

Im Anschluss ist es erforderlich, für etwa 90 Minuten still zu liegen. Größere Bewegungen und das Sprechen in dieser Zeit stören das Untersuchungsergebnis.

Nach den 90 min erfolgt die Aufnahme auf der PET-Kamera (in Rückenlage). Gegebenenfalls wird Ihnen zu Beginn über eine Vene ein iodhaltiges Röntgenkontrastmittel gespritzt.  Die Aufnahme selbst dauert etwa 30 – 40 Minuten.

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Tumor-PET mit Ga-68-Dotatoc

Die Untersuchung mit Gallium-68-DOTATOC ist zum Auffinden der seltenen neuroendokrinen Tumoren geeignet, aber auch bei Medullären Schilddrüsenkarzinomen und einigen anderen Tumoren.

Häufig wird die Untersuchung auch durchgeführt, um zu überprüfen, ob eine Behandlung der Tumorerkrankung mit einer ähnlichen radioaktiven Substanz (Lutetium-177-DOTATOC) möglich ist, die ebenfalls auf unserer Therapiestation durchgeführt wird.

Notwendige Informationen

·         Bisheriger Krankheitsverlauf

·         Befunde anderer bildgebender Verfahren (CT, MRT, Ultraschall, …)

·         Medikamentenplan

·         Unverträglichkeiten gegen Iod oder Kontrastmittel

·         Bekannte Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen

·         Aktueller Kreatinin- und TSH-Wert

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Tumor-PET mit F-18-FET

Die Diagnostik mit einer radioaktiv markierten Aminosäure (Flour-18-Ethyl-Thyrosin) ist zur Diagnostik von bestimmten Tumoren des Gehirns geeignet.

Definition:
Hirntumoren sind Zellwucherungen im Gehirn und im Rückenmark. Es gibt verschiedene Formen von Hirntumoren, die sich jeweils nach dem Typ der entarteten Zellen, der Tumorart und gegebenenfalls den befallenen Hirnarealen unterscheiden. Eine häufige Art ist z.B. das Gliom (Weitere Hirntumoren sind Astrozytome, Medulloblastome, Ependymome, Oligodendrogliome, Meningiome, Akustikusneurinome, Hypophyseadenome und Kraniopharyngeome). Rund die Hälfte aller primären Hirntumoren sind Gliome. Sie entstehen aus den Gliazellen, die das Stützgewebe des Gehirns bilden. Diese verschiedenen Formen der Hirntumore können anhand feingeweblicher Untersuchungen (Histologie) von Tumorgewebe unterschieden werden.

Die häufigsten bildgebenden Verfahren für die Diagnostik von Hirntumoren sind die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Es gibt allerdings Fälle, bei denen die CT- bzw. MRT-Befunde nicht aussagekräftig genug sind und durch nuklearmedizinische Untersuchungen wichtige Zusatzinformationen, z. B. für die nachfolgende Therapie gewonnen werden können.

Hirntumoren zeigen einen im Vergleich zum umliegenden normalen Hirngewebe deutlich gesteigerten Aminosäurenstoffwechsel. Diese Eigenschaft wird bei der Diagnostik mit radioaktiv markierten Aminosäuren genutzt genutzt. Daneben kann über den Aminosäurestoffwechsel/die Stoffwechselaktivität der Tumoren oder Tumorreste/-rezidive z. B. auch nach Durchführung einer Chemo- oder Strahlentherapie das Therapieansprechen untersucht und ggf. die Therapie angepasst werden.


Indikation der PET bei Hirntumoren

1.      Beurteilung der Bösartigkeit eines Hirntumors

2.       Bestimmung eines Probeentnahmeortes (Biopsie) beim Verdacht auf einen hirneigenen Tumor. Wenn die F-18-FET-PET auf einen bösartigen hirneigenen Tumor hinweist, kann mittels fusionierter Schichtbilder (Kernspintomographische Bilder in Überlagerung mit den PET Bildern) über ein dreidimensionales Instrumentarium der Biopsieort bestimmt werden. Die Biopsie erfolgt unter Zuhilfenahme der Darstellung von Lokalisation und Ausdehnung des Tumors in den fusionierten Schichtbildern, die dem Neurochirurgen über ein optisches System, das in eine Brille integriert ist, während der Punktion in sein Gesichtsfeld eingeblendet werden.

3.       Präinterventionelle Bestimmung der Tumorausdehnung. Die PET wird zur präzisen Bestimmung der Lokalisation und Ausdehnung eines hirneigenen Tumors verwendet. Mittels der Überlagerung mit Daten anderer bildgebender Verfahren (Kernspintomographie, funktionelle Kernspintomographie) ist so auf der einen Seite eine genaue Planung der Operation mit genauer Festlegung der Resektionsgrenzen und eine Schonung wichtiger Hirnareale z. B. für Motorik oder Sprache (durch individuelle funktionelle Studien der Spracheverarbeitung oder Motorik beim betroffenen Patienten) möglich; auf der anderen Seite kann im Fall einer Strahlentherapie die Planung des Bestrahlungsvolumens optimiert werden.

4.      Rezidivdiagnostik bei niedrig-malignen-Gliomen. Die PET Untersuchung erlaubt bei niedrig-malignen-Gliomen die Unterscheidung zwischen einem Wiederauftreten des Hirntumors oder Veränderungen aufgrund einer Strahlentherapie/Chemotherapie. Daneben zeigt die PET Untersuchung beim Wiederauftreten der Erkrankung mit einer hohen Genauigkeit das Ausmaß des erneuten Befalls an. Mittels fusionierter Schichtbilder (Kernspintomographie) kann auch bei Rezidivfällen über ein dreidimensionales Instrumentarium eine Biopsie oder eine individuelle Planung eines optimierten Bestrahlungsfeldes vorgenommen werden.

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